Bedürfnisorientierung: Ich will aber

„Ein Egoist ist ein Mensch, der nicht an mich denkt.“ ( Eugène Labiche )

Blog Familie

 

 

Baby da, Schlaf weg. Nicht nur der Schlaf verabschiedet sich klammheimlich sondern auch all unsere anderen Bedürfnisse weichen denen des neuen Herzensmenschen. Das ist auch gut so, denn  Säuglinge sind vollständig auf die Eltern angewiesen. Es ist wichtig, die grundlegenden Dinge zu befriedigen und bedürfnisorientiert zu handeln. Der kleine Mensch wird größer und wir sind komplett angetan von diesem Wesen. Es lernt jeden Tag dazu und wer könnte dem niedlichen zahnlosen Lachen nur widerstehen? Es beginnt, sich zu drehen, zu krabbeln und zu laufen. Es formuliert die ersten Laute ( oh, wie süß) und irgendwann tönt es: „Mama“. Das Herz möchte überlaufen…

Das einzige, was sich allerdings nicht ändert, sind die Bedürfnisse des kleinen Menschen. Diese sollen bitteschön immer und zu jeder Zeit erfüllt werden.

 

Was ist da los? 

„Attachement parenting“, der aktuelle Trend zu jeder Zeit auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen, ist weit verbreitet.

Begründer der Methode war William Sears, ein amerikanischer Kinderarzt und selbst achtfacher Vater.

Frei übersetzt bedeutet es quasi: Bevor das Kind auch nur zum Brüllen ansetzt, sorge dafür, dass du tunlichst ALLES dafür machst, dass es nicht soweit kommt. DU bist also dein Baby. Was gut gemeint ist, sorgt leider oftmals nicht für superbefriedigte Babys ( die schreien nämlich – Überraschung- trotzdem) sondern für überforderte, gestresste Eltern, die sich ständig selber in Frage stellen. “ Wie bitte? Du hast nur 6 Monate gestillt?“ “ Was? Dein Kind schläft nicht im Familienbett?“ “ Also ich trage ( Namen einsetzen) 23 Stunden am Körper darum schläft er/sie/es auch durch“

Alles ganz tolle Dinge, aber eben nicht für jeden Menschen zu jeder Zeit durchführbar…

 

Was ist zu tun? 

Als erster und als wichtigster Satz in diesem Blogartikel : Bedürfnisorientierte Erziehung bedeutet, dass JEDES Familienmitglied Bedürfnisse hat und haben darf. Glückliche Kinder entstehen durch glückliche Eltern und nicht durch eine völlig übermüdete, verunsicherte Mutter oder einen Vater, der einfach auch mal nicht mehr kann.

Bitte hören wir auf, uns mit anderen Familien zu vergleichen, die vermeintlich alles richtig machen und ständig alles zur vollsten Zufriedenheit des Nachwuchses erledigen.

Sich nach den Bedürfnissen des Babys zu richten, ist sinnvoll und auch für eine gewisse Zeit überlebensnotwendig. Eine Symbiose mit dem Kind einzugehen, ist aber fatal. Eltern haben auch Bedürfnisse und es ist für Kinder wichtig, dies auch zu lernen und zu akzeptieren. Es wird ihnen im Leben weiterhelfen, wenn frühzeitig gelernt wird, auch einmal die Perspektive zu wechseln und zu erkennen, dass auch andere Menschen zählen.  Irgendwann kommt nämlich der Punkt, an dem ein bloßes „Ich will aber“ einen leider nicht mehr weiterbringt.

 

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